Möbelstile und stilvolle Möbelkombinationen

Früher oder später kommt bei jedem der Tag, an dem er das Elternhaus verlässt und seinen eigenen Hausstand gründet. Strahlt die erste eigene Wohnung noch häufig einen eher provisorischen Charme aus, wird man sich spätestens beim Entschluss, sich länger dort einzurichten, Gedanken über die Möblierung und Ausstattung, die zu einem passt und in der man sich wohl fühlt, machen.

Wohnung stilvoll und zeitlos einrichten

Das bloße Zusammenstellen unterschiedlicher Möbel, die ihren bestimmten Zweck erfüllen, macht aber noch lange nicht das aus, was man als stilvolle Einrichtung bezeichnen würde.

Möbelstile müssen zum Menschen passen

Vielmehr bedarf es der Suche nach einem in sich schlüssigen Stil, d. h. ein Ensemble, dessen Möbelstücke miteinander korrespondieren. In aller Regel sagt der Möbelstil auch etwas über den Charakter des Besitzers aus und passt zur Art wie er sich nach außen gibt – altbacken oder modern, dezent oder auffallen, sachlich oder verspielt, introvertiert oder extrovertiert etc.

Durchaus können auch unterschiedliche Möbelstile gut überlegt zu einem „Stil-Mix“ zusammen geführt werden, was jedoch ein besonders gutes Gespür für Form und Wirkung erfordert. Anders als noch vor Jahrzehnten lässt sich heute der Bogen der Gestaltungsfreiheit hierbei wesentlich weiter spannen, Rückgriffe auf Epochen prägende Modestile mit eingeschlossen.

Individualität und Selbstverständnis spielen sicherlich gegenwärtig eine entscheidende Rolle und nicht mehr so sehr der Zeitgeist, wie in den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor, und so stellt sich zunächst die grundlegende Frage, in welcher Umgebung man sich dauerhaft am wohlsten fühlt: Möchte man es antik oder lieber modern in Form von Lounge-Möbeln, eher rustikal oder schlicht, orientiert man sich am Möbel-Design der 60er, 70er oder 80er Jahre oder holt man sich gar Anregung in anderen Kulturkreisen und stattet seine Wohnung mit Möbeln aus aller Welt aus.

Was Jahrhunderte lang galt, gilt  heute nicht mehr

Stets spiegelten die Möbelstile der einzelnen Epochen auch das zeitgenössische Selbstverständnis der Bürger wider und waren Ausdruck der jeweilig vorherrschenden Gesellschaftsform. Pompös und prunkvoll wurde die aristokratische Ordnung im Barock zur Schau gestellt, wohingegen der Jugendstil in seiner Schlichtheit das Volk vergleichsweise einheitlich und ohne große Differenzen zwischen den Schichten repräsentierte. Biedermeier-Möbel und Bauern-Möbel waren Ausdruck von Zweckmäßigkeit und familiärer Geborgenheit. Richtig oder falsch im Sinne von Gesellschaftskonform oder unangepasst gibt es so gut wie nicht mehr. Was heute zählt ist der eigene Geschmack und der macht den Möbelstil.

Stilmix ist nicht gleich stillos

Antike Möbel, also Stücke die per Definition mindestens hundert Jahre alt sind, lassen sich problemlos miteinander kombinieren, egal ob sie aus der Zeit des Rokoko, der Biedermeierzeit oder etwa der Epoche des Impressionismus stammen. Als Einzelstücke können sie aber auch, bewusst platziert, für reizende und zugleich stilvolle Akzente in einem modernen, möglicherweise eher sachlich nüchternen, Ambiente sorgen.

Biedermeier

Mit Biedermeier-Möbeln, wie Kommoden, Sekretäre oder auch Nähtischchen, insgesamt eher kleineren Möbeln, zaubert man einen Hauch von Großbürgerlichem Luxus und Eleganz in die Wohnung, doch sollten sie an einer freien Stelle stehen, damit sie zum echten „Hingucker“ werden.


Biedermeier-Möbel


Rustikal / Landhaus-Stil

Schwere Bauern-Möbel hingegen, verbreiten eine rustikale Gemütlichkeit und Wärme zwischen Regalen und Schränken, bei denen kühle Metalle als Gestaltungsmerkmal überwiegen. Insbesondere in den 1990er Jahren erfreuten sich antike Bauern-Möbel, häufig mit der traditionellen Bauernmalerei verziert, großer Beliebtheit, woraufhin sich der so genannte Landhausstil im Möbeldesign entwickelte und schnell verbreitete, ein Trend der bis heute anhält.


Rustikal-Möbel


Jugendstil

Noch antik aber schon der klassischen Moderne mit klaren, manchmal geradezu schlichten aber dennoch ein wenig verspielten Linien verpflichtet, sind die Möbel des Jugendstils. Diese lassen sich wiederum wegen der oftmals leicht geschwungenen Formen, wie sie gerne an Stuhllehnen erscheinen, gut mit asiatischen Möbeln bzw. fernöstlichen Möbeln kombinieren.


Jugenstil-Möbel


Damit der „Stilmix“ nicht „stillos“ wird gilt es lediglich bei allen Kombinationen zu beachten, dass die Einrichtung nicht einfach „zusammen gewürfelt“ wirkt, sondern ein Spiel mit den einzelnen Elementen ist, und sie sich so zu einem homogenen Ganzen vereinen und einen ganz persönlichen Lebensraum schaffen.